Objekt des Monats Juli

Bodenvase


Der sich um 1885 entwickelnde Jugendstil brach mit dem Historismus. Aus der Überwindung der Nachahmung historischer Stile sollten Kunst und Kunsthandwerk neu belebt werden. Ästhetisierung, handwerkliche Verfeinerung und Funktionsgerechtigkeit der Kunst waren das vorherrschende Ziel dieser neuen Kunstrichtung.

Eine Vielzahl von Kunstgewerbeschulen und Kunstwerkstätten wurde gegründet. In der Folge entstanden hochrangige Handwerksbetriebe, in denen auch Kupfer verarbeitet wurde.

Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges waren die Zentren bedeutenden Kunstgewerbes die Städte Paris, Brüssel, London, München, Darmstadt, Dresden und Wien. Trotz des günstigen Silberpreises wurden bevorzugt Kunstobjekte aus unedlen Metallen wie Kupfer und Messing auch in reizvoller Kombination miteinander von namhaften Künstlern entworfen und hergestellt. Dabei wurden sowohl dekorative Einzelstücke als auch alltägliches Gebrauchsgerät angefertigt.

Diese Bodenvase ist eine frühe Jugendstil-Arbeit. Der originelle Entwurf stammt wohl von Hermann Kellner (geb. 1849 in Nürnberg, lebte in München)

Auf der Frontseite der Vase plastisch getriebenes Ornamentdekor:
Riesiger stilisierter Nachtfalter auf einer Callablüte

Originalfoto der Vase Bezeichnet: „No 2058 Winhart Krug 21“:

Originalfoto Vase von Winhart & Co.
Bodenvase, KMF 01152

Bodenvase
Kupfer, patiniert
Standring und Lippenrand aus Messing
Ausführung von Winhart & Co., München
München um 1900
H: 58 cm

(s. Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. III, S. 131 und 138; 1. Darmstädter Kunstausstellung 1898)