Maria mit Kind

Die hervorragende Qualität der Ausführung dieses wohl für die private Andacht angefertigte Bildrelief lässt einen Goldschmiedemeister aus Florenz vermuten.


Die nahezu quadratische Kupfertafel zeigt die Muttergottes auf einem Tuch sitzend im Profil. Sie trägt ein an Ober- und Unterteil fein gefälteltes, unter der Brust gegürtetes Kleid. Die hochgesteckten Haare sind bedeckt von der Kapuze eines weiten Capes, welches über der Brust zusammengehalten wird und nach unten in lockeren Falten ausschwingt. Mit dem rechten Arm hält sie den Jesusknaben, der mit gespreizten Beinchen nackt auf ihrem Schoß sitzt und mit dem rechten Arm an ihren Halsausschnitt des Gewandes fasst. Maria stützt das Kind, indem sie mit dem linken durchgestrecktem Arm Stoff von ihrem Umhang als Polster unterschiebt. Besonders hervorzuheben ist das dicht gravierte Blüten- und Rankenwerk im Hintergrund, der die Jungfrau von der Außenwelt abschließt (Hortus conclusus) und das innige Mutter-Kind-Bild wie wertvoll gewirkter Brokatstoff hinterfängt.

Darstellungstyp nach dem Vorbild des Gemäldes „Madonna dell’Umilta“ (Museum of Fine Arts, Boston) von Giovanni di Paola, 1403 Siena 1482.

Maria mit Kind
Italien (Florenz?) um 1550
Vergoldetes Kupfer-Relief
Getrieben, gegossen, graviert, gepunzt
20 x 18 cm