Objekt des Monats September - Prunkschüssel

Diese große barocke Prunkschüssel wurde von Generation zu Generation vererbt und in den Familien als Kunstgegenstand ebenso geschätzt wie ihr ideeller Wert. Sie diente nicht nur als Schauplatte und als dekorativer Wandschmuck (originale Aufhängeöse), sondern auch als Reflektor bei Kerzenlicht in den damals schummrigen Räumen. Auch ist es möglich, dass die Prunkschüssel aufgrund der Symbolik des Hirsches bei der Taufe verwendet wurde.


Das schöne Stück ist äußerst aufwändig getrieben, graviert und ziseliert. Im Spiegel getrieben ist ein springender Hirsch mit zehnendigem Geweih zwischen Bäumen. Als Halsband trägt er eine Krone (seltene Darstellung. Bedeutung unerforscht). Die Fahne ist mit Ranken- und Traubendekor verziert. Ein schwerer, gebördelter Rand fasst die Schüssel ein.

Der Hirsch ist in Nordeuropa das Symbol der Erlösung durch Christus.
Abgeleitet wurde diese Vorstellung davon, dass manche Geweihstangen durch einander gegenüberliegende Sprossen an ein Kreuz erinnern, und dass an den Geweihstangen im Frühjahr manchmal Blut zu sehen ist. Der Hirsch gilt auch als Symbol für die Taufe. "Wie ein Hirsch sich sehnt nach frischer Quelle, so verlangt meine Seele nach dir, o Gott (*Psalm 42, 2).
Ein schreitender Hirsch mit Halsband ist das Wappentier der Alands-Inseln (Schweden-Finnland).

Rückseitig gravierte Besitzerinschriften und verschiedene Datierungen

Ostseeraum, um 1680
Ø: 50,5 cm, Höhe: 10 cm
Provenienz: Slg. Ole Olsen (1863-1943, dänischer Kunstsammler)