Objekt des Monats Februar

Küchenstillleben mit Kupfer- und Messinggeschirr 


Dieser vergessene Maler von „Vanitas-Stilleben“, der nachweislich in Wien und Prag wirkte, war ein Meister seines Fachs. Von der Hand des niederländischen Barock-Künstlers, über dessen Leben man nicht sehr viel weiß, existieren nur wenige, aber ganz typische Werke. Vor allem sollen „sehr schöne Stilleben dem Bischof von Freysing“ gefallen haben (Joachim Sandrart d.Ä., Teutsche Academie, 1675-1679).

Unser Gemälde zeigt ein solches Stilleben, bestehend aus verschiedenen Küchengerätschaften: Eine kupferne Kühlwanne und verschiedene, schlichte Gefäße aus Kupfer und Messing sowie ein Handleuchter aus Messing sind teilweise ineinander gestapelt oder übereinander geschichtet, wie auf einem Spülstein zufällig angeordnet. Reizvoll ist dabei der Kontrast des rötlichen Kupfers und des golden schimmernden Messings vor dem dunklen Hintergrund. Aber es ging dem Maler nicht nur darum, verschiedene Küchenutensilien zu zeigen: Wir sollen uns die Vergänglichkeit alles Irdischen vor Augen halten. Denn, wenn der Mensch abwesend ist, der mit den Gebrauchsgegenständen sonst aktiv in der Küche arbeitet, bleiben nur noch leere, materielle Hüllen übrig. 

JOANNES DE CORDUA
um 1635 oder 1649 Brüssel
– 1698 Wien (oder 1702 Prag)
Küchenstillleben mit Kupfer- und Messinggeschirr

Öl/Lwd., 26 x 41 cm
Im Barockmuseum Belvedere, Wien, befindet sich ein fast identisches Gemälde des Künstlers. (Inventar-Nr. 3265)