Objekt des Monats März


Verschiedene Speisemodeln für die Fastenzeit

In den Klöstern, die ab dem 6. Jahrhundert überall in Europa entstanden, entwickelten sich Kochkunst und Tafelkultur im Laufe der Jahrhunderte zu hoher Blüte. Zahlreiche Ordenserlasse jedoch regelten das zuweilen ausschweifend gewordene Leben der Mönche, auch der Speiseplan wurde teilweise nach strengen Vorschriften erstellt – hauptsächlich, was die Fastenspeisen anging.

Die damals zahlreichen Fastentage nämlich stellten große Anforderungen an den Einfallsreichtum der Klosterköche. Für diese fleischlosen Speisekreationen durften nur Tiere aus dem Wasser verarbeitet werden. Fische, Krebse, Schildkröten, Schnecken oder Muscheln galten nicht als Tiere und waren deshalb für die Zubereitung zugelassen. In speziellen, sehr dekorativen Kupfermodeln – innen stets verzinnt, um die Bildung von giftigem Grünspan zu vermeiden – wurden diese herzhaften Sülzen und Pasteten in den Klosterküchen zubereitet. Es ist belegt, dass nicht selten die Gesetze umgangen wurden - auch fleischhaltige Zutaten wurden untergemischt – Hauptsache, die Form eines zulässigen Fastengerichts war gewahrt!

Formen für Fastenspeisen

Verschiedene Speisemodeln für die Fastenzeit
Süddeutschland/Österreich, 18./19. Jh.