Biografie

Jan Eisenlöffel

John Wigboldus (Jan) Eisenloeffel (1876 Amsterdam 1957) war ein bedeutender niederländischer Formgestalter, Silberschmied, Juwelier, Innenarchitekt, Schmuckdesigner, Illustrator, Glas-, Keramik- und Buchbinde-Künstler.

Er studierte an der National School of Stichbildung in Amsterdam und war anschließend für Höker & Son, einem Amsterdamer Juwelier und Silberschmied tätig. Um 1898 wurde er Geschäftspartner von William Höker und reiste nach Russland um seine Kenntnisse über Emaillier- und Niellotechniken zu erweitern. Eisenloeffel besichtigte in St. Petersburg und Moskau Objekte in Museums-Sammlungen, studierte Fertigungsprozesse in Unternehmen und der Heimindustrie und begegnete auch Peter Carl Fabergé.

Nach seiner Rückkehr in die Niederlande entwarf Eisenloeffel mehrere Gegenstände aus Silber für Höker & Son für die Weltausstellung 1900 in Paris und gewann dort eine Goldmedaille. Er war auch an der Herstellung von lackierten Gegenständen bei der Aardewerkfabriek Amstelhoek beteiligt. Diese Produkte wurden durch 't Interior verkauft, ein Unternehmen von Willem Höker und HP Berlage, das sich um die Entwürfe der jungen, progressiver Gestalter bemühte und deren Design der breiten Öffentlichkeit zugänglich machte.

Eisenloeffels sozialer Idealismus veranlasste ihn 1908 in München auch für die "Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk“ zu arbeiten, weil er dachte, dass das künstlerische Klima in Deutschland für Designer günstiger sei. Anfang der dreißiger Jahre war Eisenloeffel Vorstandsmitglied des Vereins für Handwerk und Kunsthandwerk.