Bisherige Sonderausstellungen im Hause

In unregelmäßigen Abständen bereiten wir für Sie Sonderausstellungen im Festsaal des Museum zu besonderen Themen vor. Hier finden Sie unsere bisher im Museum stattgefundenen Ausstellungen und Themen. Sofern es zu der Sonderausstellung einen Katalog gab, ist dieser auch über unser Öffnet internen Link im aktuellen FensterSekretariat erhältlich.


Passion und Auferstehung, Banner

Anlässlich der Passionszeit haben wir eine Sonderausstellung zum Thema „Passion und Auferstehung“ mit Kunstwerken vom 15.–18. Jahrhundert aus Kupfer und Bronze zusammengestellt. Kruzifixe, Prozessionskreuze, Kelche, Altärchen, Reliefs sowie Gemälde, Grafiken und Skulpturen veranschaulichen die bewegende Leidensgeschichte Jesu und die kirchliche Liturgie. Kupferformen zur Zubereitung von Fastenspeisen in Gestalt von Fischen, Krebsen und Muscheln ergänzen die Ausstellung.

Eines der Glanzstücke sakraler Kunst ist die seltene Bronzeplastik eines fein modellierten Heiligen-Grab-Christus aus dem 16. Jahrhundert. Die Figur diente wohl als Modell und wurde von dem Bildhauer und Modellmeister Jan Gregor van der Schardt aus der Gießhütte Labenwolf in Nürnberg geschaffen. Ganz rustikal und ursprünglich mutet dagegen ein verwittertes Wallfahrer-Holzkreuz aus dem 17. Jahrhundert an, das die Gläubigen in der Karwoche in einer Wallfahrtsprozession von Pähl nach Andechs trugen, um den Gang Jesu nach Golgatha nachzuempfinden.


Sonderausstellung im Kupfermuseum Fischen

Arbeitende Frauen im 17. bis 20. Jahrhundert –
eine völlig selbstverständliche Lebenssituation in der Landwirtschaft, Heimarbeit, in den Fabriken oder für Dienstboten. Unsere Sonderausstellung mit Gemälden und Grafiken europäischer Künstler rückt das Los dieser Frauen in den Fokus.

Frauen sind hier nicht nur Staffage eines Landschaftsbildes oder repräsentativ porträtiert – die Gemälde zeigen Frauen bei der Arbeit im Alltag. Sie verrichten eine körperliche Tätigkeit, um ihren Teil zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, aber diese Arbeit wurde weder finanziell oder gesellschaftlich noch künstlerisch gewürdigt. Lange Zeit wurden solche „unwesentlichen“ Alltagsszenen der bildenden Kunst kritisiert, obwohl sie aus heutiger Sicht eine ganz eigene Ästhetik vermitteln und kulturgeschichtlich interessant sind.

Die facettenreiche Ausstellung ermöglicht einen Einblick in die Realität der weiblichen Bevölkerung in vergangenen Zeiten. Sie spannt einen Bogen von dekorativen Genreszenen über romantische Landschaftsmalerei bis zu sozialkritischen Betrachtungen auf die Verhältnisse der Lebensumstände der Frauen damals. Sie waren oft gezwungen, schwer körperlich zu arbeiten, wie man es sich heute kaum mehr vorstellen kann.

Es ist Siegfried Kuhnke ein Anliegen, diese Leistungen zu würdigen – im Gegensatz zur Verherrlichung der männlichen Arbeitswelt, in der Männer oft als Helden gezeigt werden, erfährt die Darstellung arbeitender Frauen bis heute keine große Aufmerksamkeit.

Themenbezogene Skulpturen und Kupfergerätschaften aus dem Museum ergänzen die Ausstellung. Unseren ausführlichen Öffnet internen Link im aktuellen FensterKatalog zur Sonderausstellung erhalten Sie über das Kupfermuseum.


Augenflimmern - Eine Sonderausstellung im Kupfermuseum Fischen

Eine einzigartige Sammlung äußerst seltener originaler Druckmodeln für Buntpapiere aus dem 17./18.Jh. und Anfang des 19. Jahrhunderts als Wegbereiter der Moderne

Bei der exquisiten Kollektion handelt es sich um 175 künstlerisch gestaltete Modeln, die mit in das Holz eingeschlagenen feinen Messingnägeln versehen sind. Sie sind reliefartig in den Holzkorpus eingesetzt, so dass ornamentale Druckmuster entstehen. Der Dekor reicht von abstrakt-geometrischen, überraschend modern anmutenden Formen über stilisierte Blüten- und Rankenkonstrukte hin zu beinahe naturalistisch gestalteten floralen Mustern, wobei seltener auch Figuren oder sogar eine ganze Landschaft vertreten sind.

Speziell die abstrakten Muster haben eine geradezu augenflimmernde Wirkung, die die Op-Art des 20. Jahrhunderts oder die Nagelbildkunst Günther Ueckers vorwegnehmen. Auch zur Ethno-Art lässt sich stilistisch ein interessanter Bogen spannen. Heute fühlt man sich an die berückenden Stoffe der berühmten italienischen Strickmanufaktur Missoni erinnert oder an die Haute Couture-Kleider von Emilio Pucci.

Die kunstvoll gefertigten Druckmodeln bestechen durch ihre besondere Eigenständigkeit als kleine, für sich wirkende Kunstwerke und werden unter einem neuen, künstlerisch-ästhetischen Aspekt hier dem Publikum vorgeführt, herausgelöst aus ihrem einst zweckorientierten Zusammenhang und als ganz modern anmutende Wandobjekte präsentiert. Zudem sind sie höchst bedeutende historische Zeugnisse der Gebrauchskunst.

Den Grundstock unserer Kollektion bildet ein Bestand aus dem Familienbesitz der Aschaffenburger Buntpapierfabrik. Die mit den Modeln bedruckten, oft kostbaren kleinformatigen Schmuckpapiere wurden v.a. in der gehobenen Buchbinderei als Vorsatz- oder Umschlagpapier verwendet. Ebenso verschönerten Buntpapiere wertvolle Möbelstücke, wenn sie innen mit den Papieren ausgeschlagen wurden.

Die Objekte unserer Ausstellung sind alle in tadellosem Zustand, restauriert und auf Plattenrahmen montiert. Wer möchte kann sich hier alle in der Sammlung enthaltenen Muster in Foto-Ausschnitten ansehen:
Öffnet externen Link in neuem FensterBild-Übersicht der Sammlung
Die Sammlung ist komplett verkäuflich. Preis auf Anfrage.